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Zur Bedeutung der Automobilindustrie in den neuen Bundesländern
Frankfurt/M. (vda). Die Automobilindustrie in Ostdeutschland blickt auf eine über einhundertjährige Tradition zurück. Bereits lange vor dem zweiten Weltkrieg hatte diese Region durch ihre zentrale geographische Lage, hochqualifizierte und motivierte Arbeitnehmer, innovative Ingenieure und mutige Unternehmer automobile Bedeutung weit über die Grenzen Deutschlands hinaus erlangt. Nicht von ungefähr trafen sich am 19.01.1901 Automobilhersteller und Lieferanten von Teilen und Zubehör in Eisenach, um den Verein Deutscher Motorfahrzeug-Industrieller zu gründen. In diesem Wirtschaftsverband, aus dem später der Verband der Automobilindustrie hervorgehen sollte, der am 19.01.2001 wiederum in Eisenach sein 100-jähriges Bestehen feiert, wurden ungeachtet des Konkurrenzdenkens und des Wettbewerbs gemeinsame Ziele verfolgt und damit viel zum Aufblühen des Automobilbaus in Deutschland beigetragen. 1901 betrug die Kraftwagenproduktion in Deutschland 884 Einheiten.
Nach Ende des zweiten Weltkriegs besaß die Automobilproduktion in der staatlichen Planung der ehemaligen DDR dagegen keine Priorität und geriet nach der Wiedervereinigung aufgrund der direkten Konfrontation mit westlichen Wettbewerbern in eine tiefe Krise. In den Folgejahren konnte eine Restrukturierung vor allem durch das Engagement der westdeutschen Fahrzeughersteller und Zulieferer ermöglicht werden. So wurden seit 1991 nahezu 10 Mrd. DM in neue Produktionsstätten im Osten Deutschlands investiert. Allein 2000 betrug die aufgewendete Investitionssumme 1,4 Mrd. DM, das waren immerhin 11 Prozent der gesamten Industrieinvestitionen in den neuen Bundesländern.
Die Automobilindustrie in den neuen Bundesländern wurde damit zu einem gewichtigen Teil der deutschen und der europäischen Automobilindustrie. Heute gehören die Fertigungsstätten in den neuen Bundesländern zu den modernsten und produktivsten der Automobilindustrie weltweit und sind häufig "Benchmarks". In den letzten 10 Jahren liefen nahezu 2,7 Mio. Fahrzeuge von ostdeutschen Bändern, allein im Jahr 2000 waren es rund 400.000. Die Pkw-Dichte hat sich seit der Wende mehr als verdoppelt. Lag sie 1989 erst bei 236 Pkw je 1000 Einwohner, verfügt heute nahezu jeder zweite Bürger in den neuen Bundesländern über ein Fahrzeug. Etwa 7,3 Mio. Pkw sind heute zwischen Erfurt und Rügen zugelassen.
30.000 Menschen, die über 15 Mrd. DM Umsatz erzielen, finden in den ostdeutschen Betrieben eine Beschäftigung; allein 8.000 Arbeitsplätze wurden seit 1996 geschaffen. Insgesamt bietet der Automobilsektor in den neuen Bundesländern weit mehr als 100.000 Menschen Beschäftigung und ist damit eine der wichtigsten Branchen in Ostdeutschland überhaupt.
10 Jahre nach der Wiedervereinigung knüpft die Automobilbranche in den neuen Bundesländern damit an ihren alten Glanz aus der Vorkriegszeit an.
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